Was kann entstehen, wenn Unternehmen unterschiedlicher Branchen an einem Standort nicht nur nebeneinander arbeiten, sondern miteinander ins Gespräch kommen? Diese Frage war der Ausgangspunkt für unseren Innovationsabend in Springe. Die Antworten führten am Ende noch ein Stück weiter.

Innovation liegt mir am Herzen. Nicht erst, seit ich Innovationsmanagerin bin. Ich habe schon lange diesen „Möglichkeitenblick“ auf Dinge: Was könnte noch gehen? Was kann entstehen, wenn wir Menschen, Wissen und Erfahrungen neu miteinander verbinden?

Denn mit den Lösungen von vorgestern werden wir nicht jede Herausforderung von morgen bewältigen. Wir müssen bereit sein, Dinge anders zu denken, voneinander zu lernen und uns manchmal auch neu zu erfinden.

Genau deshalb wollte ich Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen in Springe zusammenbringen. Das habe ich mit Meike Greten im Ankerplatz ermöglicht.

Was wäre, wenn wir mehr voneinander wüssten?

In unserer Stadt gibt es Unternehmen mit ganz unterschiedlichen Kompetenzen, Erfahrungen und Herausforderungen. Manche Lösungen, die der eine gerade sucht, kennt vielleicht ein anderer längst. Aus einem Gespräch kann eine Kooperation entstehen. Aus unterschiedlichen Blickwinkeln eine neue Idee. Aus einem gemeinsamen Problem vielleicht sogar eine gemeinsame Lösung.

Die beiden Impulse unseres Innovationsabends sollten deshalb vor allem eines tun: die Köpfe öffnen und Lust auf Möglichkeiten machen. Und sie haben auch einen Blick in Innovationen in öffentlichen Verwaltungen geworfen – für mich rundum spannend und inspirierend.

Dabei muss Innovation gar nicht immer die spektakuläre Neuerfindung sein. Manchmal ist sie eine neue Zusammenarbeit. Ein anderer Prozess. Eine Idee aus einer anderen Branche. Oder schlicht die Erkenntnis: Das müssen wir gar nicht allein lösen.

Doch bevor wir über Innovation sprechen, müssen wir über Beziehung sprechen

Eine Rückmeldung des Abends ist bei mir besonders hängen geblieben.

Die anwesenden Unternehmen beschrieben ziemlich übereinstimmend, dass sie sich von ihrer Stadt bislang zu wenig wahrgenommen fühlen. Kontakt zur Verwaltung gibt es, wenn ein konkretes Anliegen besteht. Was offenbar fehlt, ist der Austausch unabhängig vom einzelnen Vorgang: Interesse am Unternehmen, an seiner Entwicklung, seinen Herausforderungen und vielleicht auch an seinen Ideen.

Das ist mehr als eine Frage der Wertschätzung.

Denn wer nicht miteinander spricht, weiß auch nicht, was der andere braucht, kann oder vorhat. Und damit bleiben möglicherweise Chancen ungenutzt.

Die Wirtschaftsförderung der Stadt Springe wird zum 1. Oktober neu besetzt. Darin liegt eine echte Chance. Für mich sollte moderne Wirtschaftsförderung mehr sein als die Bearbeitung konkreter Anliegen. Sie kann Ansprechpartnerin, Netzwerkerin, Türöffnerin und Verbindung zwischen Unternehmen und Verwaltung sein.

Eine wirtschaftsfreundliche Stadt ist kein Selbstzweck

Warum mir das wichtig ist?

Weil erfolgreiche Unternehmen unmittelbar etwas mit der Lebensqualität unserer Stadt zu tun haben.

Sie schaffen Arbeits- und Ausbildungsplätze. Arbeitsplätze vor Ort bedeuten kürzere Wege und weniger Pendeln – gerade bei den Erfahrungen, die viele von uns regelmäßig mit den Zugverbindungen machen. Vielleicht kann der Weg zur Arbeit dann sogar mit dem Fahrrad oder zu Fuß zurückgelegt werden.

Unternehmen engagieren sich in Vereinen und bei Veranstaltungen. Sie bilden aus. Sie bringen Wissen und Menschen in unsere Stadt.

Und ja: Sie zahlen Gewerbesteuer. Eine Kommune braucht wirtschaftliche Stärke, um Schulen, Straßen, Feuerwehr, Kultur, Sport, soziale Angebote und vieles andere finanzieren zu können.

Eine gute Wirtschaftspolitik ist deshalb für mich keine Politik für einige wenige Unternehmen. Sie ist ein wichtiger Baustein für eine funktionierende Stadtgesellschaft.

Welches Klima wollen wir in Springe schaffen?

Ich wünsche mir einen Wirtschaftsstandort, an dem Unternehmen sagen:

Hier werden wir wahrgenommen.
Hier weiß man, dass wir da sind.
Hier kommen wir miteinander ins Gespräch.
Und hier hilft die Stadt dabei, Dinge möglich zu machen.

Vielleicht entstehen daraus neue Kooperationen. Vielleicht Innovationen. Vielleicht entscheidet sich irgendwann auch ein Unternehmen gerade deshalb für Springe.

Nicht jede gute Idee muss im Rathaus entstehen. Nicht jede Lösung muss ein Unternehmen allein finden.

Aber wir können in Springe einen Rahmen schaffen, in dem Menschen, Unternehmen und Ideen leichter zueinanderfinden.

Und manchmal beginnt Innovation genau damit.